Vom Werden eines Domizils |
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| Mitte der Achtziger Jahre in der DDR. Die Benkertstraße im Holländischen Viertel in Potsdam sieht Furcht erregend aus. Die Straße ist augenscheinlich unbewohnbar – und kaum einer wohnte dort noch. Man zog aus statt ein. Ich zog mit meinen beiden Söhnen ein statt aus. Wir erlebten ständig neue Überraschungen mit den Baumaßnahmen, die nie enden wollten. |
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Dann kam die Wende und Hoffnung für das Viertel. Mehrere Jahre sorgte die Hausbesetzerszene links und rechts neben uns noch für chaotische Zustände. Die Zeit verging und ganz langsam sog das Viertel wieder Leben in sich auf. Kämpfer der ersten Stunde: Freunde aus dem Viertel, die später die Sperl-Galerie in der Mittelstraße, die Querstraße zur Benkertstraße, eröffneten. Oder die Glasgestalterin Astrid Germo und die Malerin Olga Maslo, deren Bilder die Wohnung heute mitgestalten. |
| Mit der sukzessiven Restaurierung der Häuser wurde auch die Gastronomie wieder entdeckt. Das traditionsreiche Café Heider und die Szene-Lokalität No.18 in der Mittelstraße Nr.18 wurden zu Zugpferden einer ganzen Reihe von gastronomischen Neuerscheinungen. Das einst entstellte Viertel wurde, nach Verschwinden der Dauerbaustelle und umfangreichen Sanierungsmaßnahmen, zu einer der hübschesten Töchter der Stadt - und wird Gästen gerne präsentiert. | ![]() |
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So ähnelt die Entwicklung des Holländischen Viertels auch der unseres Hauses Benkertstraße 21. Anfangs erklärten mich viele meiner Freunde noch für zu waghalsig. Später halfen sie mit Hand und Herz. Der Kachelofen in der Küche und die Kamine sind von einem befreundeten Potsdamer Ofenbauer liebevoll restauriert worden.In mühevoller Kleinarbeit wurden Dielen abgezogen und geölt, Türen abgeföhnt, ein Balkon gebaut und der Anbau komplett instand gesetzt. „Nicht alles auf einmal, aber dafür mit sorgsamer Überlegung“ wurde wohl auch aus Notwendigkeit zum Familienmotto. Das Haus ist nun wohnender Beweis. |
| Diese gewachsene Geschichte,
wie sie uns über zwei Dekaden begleitete, möchte ich Besuchern zur Verfügung
stellen. In meinem Leben haben sich viele Dinge verändert und mir
den Weg auf’s Land geöffnet. Deshalb möchte ich das Domizil
der Löwen’ öffnen und Sie daran teilhaben lassen.
Ich heiße alle Gäste auf das Herzlichste willkommen. Leonore Löwe |